Was mein Leben veränderte

Ich beschäftige mich seit geraumer Zeit mit Persönlichkeitsentwicklung und Selbstverwirklichung und ein Themenkomplex war tatsächlich imstande, meine Ansichten über das Leben grundlegend zu verändern: Es war das Thema, wann wir wirklich frei sind und wann nicht. Und es hat mich damals wie ein Schlag ins Gesicht getroffen, als mir klar wurde, dass wir uns in nahezu allen Facetten unseres Lebens beeinflussen und einschränken lassen.

Ich wette mit Dir, dass Dir gerade der Gedanke kam, dass das nicht stimmen kann und Du Dich frei fühlst, richtig?

chains-19176_640Glaubenssätze und soziale Programmierungen

Dabei haben sich soziale Programmierungen und Glaubenssätze so selbstverständlich in unser Leben geschlichen, dass wir sie gar nicht mehr hinterfragen und einfach akzeptieren. Vermutlich hast Du schon als Kind gelernt, dass man sich benehmen und in der Schule fleißig sein muss, um von der Gesellschaft angenommen zu werden und einen guten Job zu finden. Nach dem Abschluss wirst Du eine Ausbildung oder ein Studium anstreben und bist anschließend auf der Jagd nach einem gut bezahlten Vollzeitjob. Natürlich darf eine Freundin oder ein Freund nicht fehlen. Deine Großeltern fragen Dich schon, ob Du Kinder haben möchtest und obwohl es für Dich noch so fern scheint, erwarten in Deinem Freundeskreis die meisten bereits ein Baby und Du glaubst auf einmal, dass Du auch eins zum Glück brauchst. Und wenn das Kind einmal da ist, muss natürlich auch das Haus her. Genug  Geld für ein schickes Auto oder eine lange Urlaubsreise sparst Du Dir auch an. Und im Urlaub – für die paar Wochen im Jahr – stellst Du plötzlich fest, wie schön das Leben doch sein kann, wenn man sich eine Auszeit vom Alltagsstress nimmt und langsam fragst Du Dich vielleicht ob Dir Dein Job noch Spaß macht oder ob Dir mehr Freizeit nicht doch wichtiger wäre.

Wenn Du keinen Freund bzw. keine Freundin hast und fernab davon bist, irgendwann einmal eine Familie zu gründen, wird Dir über kurz oder lang der Gedanke kommen, dass Du auch gerne eine Beziehung hättest. Du siehst die vermeintlich glücklichen Paare und sehnst Dich danach, etwas Ähnliches zu finden. Falls das nicht der Fall sein sollte und Du Dein Singleleben genießt, wird vermutlich Deine Familie dafür sorgen, dass Du irgendwann an diesem Lebensstil zweifelst, weil sie etwas anderes für Dich geplant haben. Oder Du fängst sogar an zu glauben, dass mit Dir irgendetwas nicht stimmt und Du so etwas gar nicht verdienst. Und schon spürst Du eine Leere in Dir, die Du krampfhaft zu stopfen versuchst.

Hinterfrage und gestalte Dein Leben!

woman-591576_640Sicherlich kennst Du Sätze wie: „Das kann man doch nicht machen“ oder „Das ist eben einfach so“. Oftmals denkst Du sie wahrscheinlich selbst. Aber ist das wirklich so? Ich sage Nein. Es gibt nichts, was eben einfach so ist oder was man nicht machen könnte. Ich möchte gar nicht sagen, dass Normen, Richtlinien, Gesetze usw. überflüssig wären oder keinen Nutzen hätten – schließlich machen sie das Zusammenleben in einer Gesellschaft überhaupt erst einmal möglich – aber frage Dich einmal, was von dem eben Geschriebenen wirklich Deine eigenen selbstbestimmten Entscheidungen waren.

Zu welchem Schluss kommst Du?

Ich für meinen Teil muss sagen, dass ich mein Leben seitdem in allen Bereichen hinterfrage und ich seit dieser Erkenntnis versuche, mir erst einmal bewusst zu werden, was ich wirklich möchte. Und plötzlich stellt man fest, welche Möglichkeiten und Chancen das Leben für uns parat hält und wir uns nur dafür zu entscheiden brauchen. Aber das erfordert Mut. Die Redewendung „Der Mensch ist ein Gewohnheitstier“ ist nur allzu wahr. Die meisten Menschen brauchen Regeln und Normen, um sich an ihnen zu orientieren, denn nur die wenigsten sind bereit, eigene freie Entscheidungen zu treffen. Denn das würde bedeuten, Verantwortung für das eigene Leben zu übernehmen. Dann kann man nämlich nicht mehr sagen „Die Berufsberatung hat mir aber empfohlen, den Job zu erlernen (obwohl ich daran zweifle, dass er der richtige für mich ist)“ oder „Meine Freundin hat gemeint, ich soll mir unbedingt meine Haare blondieren lassen (was ich gerade furchtbar hässlich finde)“oder „Meine Eltern haben gesagt, wir passen nicht zusammen (obwohl ich das trotz einiger Probleme anders sehe)“. Man müsste sich aus der Opferrolle begeben und dazu ist der Mensch im Grunde zu bequem. Aber dafür zahlt er auch einen hohen Preis – nämlich sich in seiner Freiheit einschränken zu lassen und weder sein Potential noch seine Möglichkeiten zu nutzen.

Ich habe mich beispielsweise bewusst gegen einen Fernseher entschieden und mir dafür lieber ein Piano gekauft. Das versteht mein Umfeld bis heute noch nicht. Auf manchen Festen bin ich die Einzige, die weder ein Kind hat noch eins erwartet und auch nichts mit Kindern anzufangen weiß; ich glaube nicht, dass sich das so schnell ändern wird. Und meine Hochzeit ist auch nicht geplant und ich kann mir nicht vorstellen, dass ich je eine planen werde. Ich will mir von gesellschaftlichen Gepflogenheiten nicht diktieren lassen, was gut für mich ist. Ich will die Dinge tun, die ich für mich als richtig erachte und falle damit oft aus der Rolle. Ich will auch diejenige sein, die die Schuld trägt, wenn etwas schief geht denn ICH gestalte mein Leben so gut es geht allein.

Es gibt kein allgemeines Rezept für ein glückliches und erfülltes Leben. Das kann jeder nur für sich selbst heraus finden, doch dazu muss man sein eigenes grundlegend hinterfragen und vor allen Dingen selbst in die Hand nehmen!

Habe den Mut dazu und mach was daraus! Du hast nur dieses eine…

Deine Kietzemaze

Bildquellen:

http://pixabay.com/de/ketten-f%C3%BC%C3%9Fe-sand-bondage-gef%C3%A4ngnis-19176

http://pixabay.com/de/frau-m%C3%A4dchen-freiheit-gl%C3%BCcklich-591576/

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6 Gedanken zu “Was mein Leben veränderte

  1. Guten Morgen Stephanie,
    als ich so alt war, wie Du es jetzt bist, hatte ich auch auf einen Fernseher verzichtet. Auch ich empfand es als unheimlich befreiend. Genug andere Medien umgeben einen, mit deren Hilfe wir uns informieren können. Jetzt, wo ich doppelt so alt bin, wie Du, habe ich viele Erkenntnisse hinzugewonnen, manches verworfen und habe meine Überzeugungen beständig überdacht.
    Ein wenig erkenne ich in Deiner Infragestellung meine Gedanken wieder, die ich mit 18 hatte. „Nur weil die Evolution etwas wie Fortpflanzung vorgesehen hat, halte ich mich noch lange nicht daran!“

    Ich wünsche Dir, dass Du Deine Infragestellung Deines Daseins beibehalten kannst, es ist in der Tat anstrengend, nicht nur für Dich selbst, auch für Dein Umfeld. Eine Sache, und deswegen dieser Kommentar, möchte ich Dir gerne als Denkaufgabe mitgeben: Überlege, in welchen Grenzen, in welchen Umgebungen Du Dich so selbstverwirklichen kannst, wie Du es beschreibst. Vielleicht geht es doch irgendwann in ganz anderen Gefügen, ohne dass Du Dich dabei verbiegen müsstest und ganz im Gegenteil diese Lebensweise Dich noch weiter trägt.

    LG von jemandem, der mit 16 dachte, mit 30, soo alt, bin ich scheintot, und mit 30 feststellte, dass man garantiert nicht viel älter geworden zu sein scheint

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    • Sehr schöner Kommentar, danke dafür.
      Ich tue das ja nicht aus Rebellion sondern hinterfrage für mich die gesellschaftlichen Konventionen und auch die Dinge, die mir „anerzogen“ wurden. Es ist gut möglich – besser gesagt sehr wahrscheinlich – dass ich die Einstellungen und Wünsche von heute in 10 Jahren vielleicht nicht mehr teile. Das ist aber auch gut so, denn ich will mich weiter entwickeln. Nichtsdestotrotz ein sehr schöner Denkanstoß von Dir!

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  2. Pingback: Welche unserer Ansichten haben wir grundlegend geändert? Und wieso? [Auswertung der Blog-Parade] | Laute irrt

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